baseline

brichst in mich ein
durch meine hintertüren
stößt in mich vor
weiter als all die andren
nach dir
hat es keinen mehr gegeben
wie es vor dir
nie jemanden jemals geben wird.

dein erster kuss
auf meine stirnmitte
hat damals mir zu sehen gezeigt
hat damals mir frontallappen geöffnet
und zirbeldrüsen ausseziert
als lägen sie dir bar.

in wahrheit gehören wir zusammen
seit immer schon
und die erinnerung daran zieht sich
über körperliche dehnungsfugen
psychischen erfahrungszonen
und mentale fasslichkeiten
weit hinaus

was haben wir
einander ruiniert?

wie werden wir,
wenn wir uns alles schon gegeben?

wo sind wir,
wenn wir uns ineinander enden?

 

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geburt

die enge des kanals
der weite folgt
des schwimmens
bar jeglicher nacktheit
in wasser gehüllt
plötzlich ein wehen
zieht presst drängt
aus einer mutter.becken

nur durch geburt
wird man so fremd
im eignen land

wird kalt, kahl, künstlich
der natürlichkeit ent.ronnen
bleibt ewig auf der suche
nach warmfeuchtem puls
rotschlierigem belicht
und wässrigem geschmack
zwischen den lidern

der lunge entfaltung
mündert doch nur
im ersten schrei

die kälte eines diesseits
lässt zittern uns vorm sterben
weil einmal schon der transfer
gelähmt ent.setzt uns hat
so ent.raum.atisieren wir
von ende bis anfang
genährt von der erinnerung
an liebe irgendwo

doch wirklichkeit macht meist
nur einen spalt
die beine breit

 

Dieser Beitrag entstand ausgehend von dem Impulswort „Anfang“ im Rahmen des projekt*.txt. Mit lieben Grüßen! 😉

 
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