alles eins

seifenblasenschliere
regenbogenfarben

warum zieht an uns
immer nur das außen?

steige kometengleich
bis an den himmelsrand

warum zieht in uns
immer nur, was trennt?

hol, kugel, dir
freiheit, höhe

warum ziehen vor wir
grenzen, fluren, wege?

bevor zerfetzt
durch eine prise wind

ohne zu sehn, dass
innen wie außen ident

 

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undicht/entmisch

welch strömung treibt uns
auseinander?

wir müssen achten,
dass wir nicht zerschwappt,
zergießen und zerlaufen uns
in der gezeiten drift

wir müssen unsren sog
mit füßen treten
müssen rühren, binden,
lösen ineinander uns
dass niemand kann entmischen
was wir uns lang zuvor vermengt

wir müssen wehren
dass kraftwerke
nicht strom erzeugen gegen uns
wir müssen schwimmen, wogen
stets oberwasser bleiben
müssen schwimmen, kämpfen
müssen kämpfen
müssen

und niemand kann
unsre see ausmachen
das meer
in dem
wir bluten

 

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hinterwald

gegen süden ziehen
unsre gedanken
die weite suchen wir
in der entflucht
aus kälte und nässe
dieses wintertums

halt die ohren steif
sagt sie und niest
in ihr rotzkaltes nebeltuch

 

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#frapalymo Nr. 6, mal wieder etwas verspätet. Nichtsdestotrotz: Dank der Impulsgeberin! Heute übrigens zum Tweet: „herbstlicht auf den dächern / schatten werden länger / in der brust vogelschwärme*“

 

 

durchdrungen

sturm beschworen
front geklärt
fahne gehisst
grenze gesteckt

kraft isoliert
gewalt getrennt
macht gespalten
ende gesetzt

kern erforscht
kante geschlagen
kontur geformt
wellen getürmt

sie brechen am strand
während der wind
weiter treibt

 

Input: #frapalymo Nr. 6 – Ein Bild diesmal 🙂

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glücksmoment I

am asphalt
den gleichklang von schritten
die seite des andren an deiner
spüren

im gespräch
die wellen des andren spiegeln
nase an nase ins geteilte geheimnis
tauchen

sich zwischen grashalm und kälte
unter die nebeldecke
des gnadenlos sanften herbsts
kuscheln

oder am himmel
den nahen abend verlachend
mit rabenschwingen die rosablautöne
auftragen

im licht von millionen sternen
sich des nachts
gewärmt nur vom blech der motorhaube
sonnen

eine sternschnuppe sehen
gleißend zu boden gehen
dir einen wunsch freistellend
doch du
weißt keinen mehr

 

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monochromregenbogen

lass gehen uns gemeinsam
über das firmament des nachts
lass pflücken uns sterne
zu einem bunten strauß
vom milchstraßenrand

und im dunkel des mondlichts
lass uns uns drehen
bis uns schwindelt
vor unendlichkeit

lass streuen uns
Weiterlesen „monochromregenbogen“

there’s a path through the woods only you know

grüner boden, für dich bereitet
schatten dringt ins licht
freiraum mäandert
zwischen bohlen und brettern und stämmen
die sicht aufs ziel
versteckt im unterholz
dein weg
ins ungewisse leitend
und jeder seiner luftkammern
lädt aufzuatmen
himmelwärts strömend
kopfwege frei
harzdurft gewürzt
moos überbewuchert
fern und nah
ein amselruf
sonst nichts

wer ist mit mir?

 

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