nägel und köpfe

will dich als trophäe nageln
nicht an die wand
und nicht auf holz
und nicht mit harten hämmern
will klopfen dir an des verstandes
grenze
zeigen, was wichtig ist,
dem spiel in dir
zu frönen
skrupellos

will dich verführen
in fremder wohnung betten
dich plazieren
dich servieren
auf messers schneide
dich anbinden
an sessel lehnen
an türblätter ketten
einer neuerrungenschaft

machst angst mir
dass ich dich in wahrheit
gar nicht kenne
deine lust nicht weiß
zu fesseln
nur zu entfachen
deiner phantasie bilder
und du
hast interesse
lang verloren schon an mir
nie gehabt
suchst leichte mädchen
nebenan
die dir wünsche ablesen
für nette halbe stunden
ohne viel zutun und trara

was reizt mich so an dir?
die jagd
das spiel
die pirsch, das über-winden
deiner grenzen,
ohne dass du je befähigt wärst
sie selbst zu erkennen
schleich ich mich an
er lege dich
und zieh den kopf dir ab
als souvenir
des eignen eigensinns.

 

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geburt

die enge des kanals
der weite folgt
des schwimmens
bar jeglicher nacktheit
in wasser gehüllt
plötzlich ein wehen
zieht presst drängt
aus einer mutter.becken

nur durch geburt
wird man so fremd
im eignen land

wird kalt, kahl, künstlich
der natürlichkeit ent.ronnen
bleibt ewig auf der suche
nach warmfeuchtem puls
rotschlierigem belicht
und wässrigem geschmack
zwischen den lidern

der lunge entfaltung
mündert doch nur
im ersten schrei

die kälte eines diesseits
lässt zittern uns vorm sterben
weil einmal schon der transfer
gelähmt ent.setzt uns hat
so ent.raum.atisieren wir
von ende bis anfang
genährt von der erinnerung
an liebe irgendwo

doch wirklichkeit macht meist
nur einen spalt
die beine breit

 

Dieser Beitrag entstand ausgehend von dem Impulswort „Anfang“ im Rahmen des projekt*.txt. Mit lieben Grüßen! 😉

 
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umbruch

wann bist das letzte mal du kopf gestanden?
hast deinen lebensbaum gepurzelt?
wurdest zum radritter du geschlagen,
der schwindelförmig sich im kreis rotiert?

wann hast das letzte mal du luft geblasen
per strohhalm mitten in den eiskaffe?
hast zwischen zehen erde du geschichtet?
bist wasser gerutscht, mutig den kopf voran?

wann bist das letzte mal du regenschirm gesprungen?
hast bunt die herbstblätter zerwerkt?
wann hast das letzte mal du schnee gekugelt?
und winterweiß die engerlschar beschwingt?

wann, glaubst du, kehren diese dinge wieder
wenn du nicht selbst die sanduhr kippst?
der tod legt keine sense nieder
und wartet, bis du fertig wippst.

 

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radikal subjektiv

Dieser Text entstand im Zuge des #frapalymo Nr 2. auf das Impulswort „Gespinst“. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Frau Paulchen für diese grenzgenialen Inputs!

 

Was wäre, wenn die Fliege …

… tief in der Spinne Netz geschmiegt
das Glitzern des Gespinsts um sie
nichts anders als bestaunt,

… die Zärtlichkeit der Schlingen
die Seidenheit des Stoffes
nichts anders als berühmt,

… voll Ehrfurcht und vor Wolllust
dies filigran Gewebe
enger sich selbst um legt,
näher sich selbst an zieht,
sich somit dem Schicksal
selbst zu fügt?

Was wäre, wenn der Fliege
das Flechtwerk ihrer Falle
nicht Sarg, sondern Gewandung,
nur Decke, Schutz und Mantel –
Kokon – schlussendlich ist

für die eine Metamorphose mehr?

 

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